Stadtteilforum "Mein Kleefeld 2030 | Mein Heideviertel 2030"

Stadtteilforum-flyer-s1
 
 

Rege Beteiligung am Stadtteildialog "Mein Kleefeld 2030 | Mein Heideviertel 2030": Ca. 50 Menschen waren gekommen, um an der Diskussion unserer Stadtteile am 11. Juli 2015 in der Leinetalschule teilzunehmen. Besondere Schwerpunkte der Gespräche waren Fragen um das Wachstums Kleefelds, um den sozialen Zusammenhalt, Bildung und Kultur sowie er Vernetzung der Arbeit der Ehrenamtlichen.

 

Im Anschluss an die Vorstellung des Stadtentwicklungsdialogs "Mein Hannover 2030" durch Bürgermeister Thomas Hermann wurde der Wunsch geäußert, dass die Landeshauptstadt Hannover selbst vermehrt quartiersbezogene Bürgerdialoge einrichten möge.

Die erste Podiumsdiskussion (mit Hans-Peter Daub, Stephansstift, Bezirksbürgermeister Henning Hofmann, Michael Panusch, Wir sind Kleefeld e.V./Kleefelder Kaffeeklatsch, und Belgin Zaman, örtliche Ratsfrau der SPD) unter dem Thema "Mein Kleefeld/Mein Heideviertel 2015 - wo stehen wir heute" zeigte, dass die Menschen in beiden Stadtteilen grundsätzlich sehr zufrieden mit der derzeitigen Situation sind. Beklagt wurde - auch in einer (nicht repräsentativen) Erhebung, die der SPD-Ortsverein Kleefeld-Heideviertel bei verschiedenen Gelegenheiten (Stadtteilfesten, Treffen mit Vereinen und Verbänden) - zum Einen die Verschmutzung mancherorts, insb. durch Hundekot und zum Anderen eine gewisse Unsicherheit angesichts anstehender Wohnungsbauprojekte an der Karl-Wiechert-Allee und nördlich Kleefelds. Kritisiert wurde ebenfalls, dass kleinere Einzelhändler und Gewerbetreibende zunehmend mit größeren Anbietern konkurrieren müssten (z.B. mit dem neuen E-Center am Roderbruchmarkt). Beklagt wurde ebenfalls die erhebliche Lärmbelastung durch den Eisenbahnverkehr, insb. durch den Güterverkehr in der Nacht.

Diese Themen wurden auch in den anschließenden Workshops aufgegriffen, wo folgende Anregungen und Forderunge artikuliert wurden:

Workshop "Wohnen, Versorgung, Umwelt, Verkehr" - Impuls: Ewald Nagel, baupolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion:

- lebbare/lebendige Quartierte mit bezahlbarem Wohnraum; Wohnungsbau in guter sozialer und qualitativer Mischung, um verschiedene Bevölkerungsgruppen anzusiedeln und Mehrgenerationen-Wohnen zu ermöglichen; die vorhandenen sozialen Anbieter und deren Infrastruktur sollten in die Planung einbezogen werden; Berücksichtigung der Wohnungsbaugenossenschaften als Bauträger/Vermieter; Entwicklung des Kleinquartiers im westlichen Bereich der Senator-Bauer-Straße/südlich des Bahnhofs Kleefeld (hier wurde vorgeschlagen, den Bunker Rupsteinstraße als Kulturzentrum zu ertüchtigen)

- Flüchtlingsunterbringung sollte in verschiedenen Wohnformen erfolgen (neben Heimen zunehmend auch Wohngruppen bzw. Wohnungen)

- Nahversorgung sollte wohnungsnah und dezentral gesichert werden; Konkurrenz zwischen kleinerem und größeren Einzelhandel zugunsten ersteren gestalten; Sicherung eines qualitativ hochwertigen, regionalen Angebots

- Kleefeld braucht ein Verkehrskonzept!; die künftigen Wohnquartiere im nördlichen Kleefeld könnten über Kleestraße, Stadtfelddamm und Lathusenstraße erschlossen, müssten aber gegen Durchgangsverkehr gesichert werden; zudem darf die Belastung der Berckhusenstraße nicht weiter wachsen; die Verbindungswege zwischen S-Bahnhof Karl-Wiechert-Allee und Juglerstraße sowie Heidjerhof müssen, insb. wegen Schulwegsicherung (Heideviertel/Schillerschule) bewidmet und beleuchtet werden; das Philosophenviertel könnte durch eine Einbahnstraßenregelung evtl. entlastet werden (dieser Vorschlag ist allerdings bereits vor Jahren vom Bezirksrat abgelehnt worden, weil er sogar noch mehr Verkehr durch das Viertel ziehen könnte, wenn die Kirchröder Straße blockiert wäre); die Radverkehrsquerungen durch die Eilenriede, insb. zwischen Schultze-Delitzsch- bzw. Crappiusstraße und Zoo müssen verbessert werden, damit der Radverkehr hier besser fließen kann); für den Nackenberger Friedhof werden Hinweistafeln auf der Karl-Wiechert-Allee gewünscht

- Umwelt: bei den Baumaßnahmen im nördlichen Kleefeld muss gesichert werden, dass der Grundwasserspiegel in der Eilenriede nicht sinkt; für die entfallenden Kleingartenflächen ist eine Kompensation notwendig; die Belastung durch Hundekot wird als generelle Zumutung empfunden, evtl. könnte hier noch mehr für Patenschaften über Hundetütenspender geworben werden

Forum "Soziales, Integration, Teilhabe" und "Kultur und Bildung" - Impulse: Doris Schröder-Köpf MdL, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, und Belgin Zaman, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion:

- das Kulturangebot in Kleefeld ist aufgrund verschiedener Anbieter recht gut, doch fehlt ein Begegnungszentrum für diese Anbieter; ein solches könnte entweder im Bunker Rupsteinstraße oder im Zuge des Wohnungsbaus im nördlichen Kleefeld, z.B. an der Lathusenstraße (die dann eine zentralere Lage im Stadtteil hätte), eingeplant werden

- beim Wohnungsbau müssen die Belange generationeller und sozialer Mischung und der Inklusion von vornherein berücksichtigt werden

- Soziales: die Vielfalt der Anbieter muss erhalten werden, insb. auch Hannoversche Werkstätten und Werkstatt Süd; die großen sozialen Anbieter, insb. Hannoversche Werkstätten, Anna- und Stephansstift sollten in den Stadtteil geöffnet werden - sowohl städtebaulich durch eine Öffnung entlang der Kirchröder Straße und die Bebauung des Geländes zwischen Am Annateich/Haubergstraße und Kirchröder Straße als auch durch eine Ausweitung ihres Angebotes in der Jugend-, Alten- und Behindertenhilfe; Kleefeld und Heideviertel brauchen mehr Angebote für Jugendliche

- Flüchtlinge: notwendig ist eine noch bessere Information sowohl über die Flüchtlinge für die Bevölkerung als auch über die Angebote im Stadtteil für die Flüchtlinge; die Unterstützungsnetzwerke sind zu fördern; die Hauptamtlichen in den Flüchtlingsunterkünften müssen fortgebildet und besser an das Leben in den Stadtteilen angebunden werden; Ziel sollte es sein, die Flüchtlinge in das Stadtteilleben einzubringen und sie sich einbringen zu lassen; die Vereine sollten für die Arbeit mit Flüchtlingen fortgebildet und dazu motiviert werden, weil dort einerseits ein erhebliches Potenzial auch für die Vereinsarbeit und damit für die Teilhabe von Flüchtlingen am gesellschaftlichen Leben liegt und andererseits über die Vereine Flüchtlinge besser in das Leben in den Stadtteilen eingebunden werden können; Kultur und Bildung müssen als wichtige Bestandteile von Integration begriffen werden; lokale Anbieter sollten ihre Ausbildungsangebote auch auf Flüchtlinge ausrichten

Forum "Ehrenamt, Vereine, bürgerschaftliches Engagement" - Impuls: Bezirksbürgermeister Henning Hofmann:

- als grundsätzliche Probleme wurden hier benannt, dass sich in den Vereinen bzw. überhaupt ehrenamtlich weitgehend dieselben Personen engagierten, die dadurch einem erheblichen Zeitdruck und einer Vielzahl an Verpflichtungen ausgesetzt seien; die Verbindlichkeit der Teilnahme am Vereinsleben bzw. des ehrenamtlichen Engagements stelle zunehmend eine Hürde dar und behindere die Gewinnung neuer, jüngerer Vereinsmitglieder und Ehrenamtlicher; zur Entlastung könnte eine bessere Vernetzung der Vereine etc. beitragen; hierfür könnten Stadtbezirks(online)portale hilfreich sein, die nicht nur die Termine und Tagesordnungen etc. der Stadtbezirksräte, sondern auch die Adressen, Angebote und Termine von Vereinen, Verbänden, Kirchengemeinden etc. online bereitstellten; zudem könnte für die Vernetzung ein Stadtteilforum/-gespräch nach dem Vorbild von Hainholz und Roderbruch hilfreich sein, bedürfte aber der Unterstützung durch die LHH, auch ein Tag des Ehrenamts in den Stadtteilen, auf dem sich die verschiedenen Vereine etc. präsentieren und austauschen könnten, wäre denkbar; die Anerkennung und Würdigung durch die Ehrenamtskarte sollte bekannter gemacht werden

 

In der abschließenden Plenardiskussion spielte neben der Unterstützung und Vernetzung des bürgerschaftlichen Engagements in Kleefeld und im Heideviertel vor allem der Wunsch eine Rolle, den Stadtteildialog fortzusetzen und ggf. zu instutionalisieren.

Verfügbare Downloads Format Größe
Ergebnis-Protokoll des Stadtteilforums PDF 188 KB
 
    Bürgergesellschaft     Bildung und Qualifikation     Demografischer Wandel     Familie     Kommunalpolitik     Kultur     Mobilität
 

 


Kommentar schreiben

Netiquette
 

Spamschutz

Senden
 

Netiquette

Schließen
 

Unsere Internetseite soll eine Plattform für ernsthafte Diskussionen sein, bei dem Toleranz, Offenheit und Fairness zu den Grundprinzipien gehören. Wir begrüßen sachliche und konstruktive Inhalte, die zu einer angeregten Diskussion beitragen und der Meinung anderer Kommentatoren tolerant und unvoreingenommen begegnen. Wird gegen diese Grundprinzipien verstoßen, kann dies zur Löschung von Kommentaren führen.

Um bei uns zu kommentieren muss die eigene E-Mail-Adresse angegeben werden. Selbstverständlich wird diese E-Mail-Adresse nicht veröffentlicht und auch nicht an Dritte weitergegeben. Die Angabe einer falschen E-Mail-Adresse ist ein Verstoß gegen unsere Nutzungsbedingungen. Wir machen daher Stichproben, die dann zur Löschung von Kommentaren führen können. Mit Absenden des Formulars werden unsere Nutzungsbedingungen anerkannt.