Kommunalwahlen 2026: "Das beste Mittel ist Gemeinsamkeit": Axel von der Ohe im Hölderlin Eins
Gemeinsamkeit sei das beste Mittel gegen Einsamkeit, erklärte unser OB-Kandidat Axel von der Ohe in einer Podiumsdiskussion mit dem amtierenden Oberbürgermeister Belit Onay im Kleefelder Kulturhaus "Hölderlin Eins" heute. Im Mittelpunkt der Diskussion standen Fragen der Verkehrspolitik, des sozialen Miteinanders und des Wohnungsbaus.
Zu der schon traditionellen Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl im Hölderlin Eins hatte der Bürgerverein Kleefeld die OB-Kandidaten der drei großen Parteien im Rat (SPD, Grüne und CDU) eingeladen, und unser Kandidat Axel von der Ohe wie auch Amtsinhaber Belit Onay (Grüne) waren der Einladung gefolgt.
Deutlich wurde bei der Diskussion, dass Fragen des Miteinanders im Mittelpunkt dessen steht, was Axel als Oberbürgermeister für Hannover anstrebt. Dabei sei die gesamte Stadtgesellschaft gefordert, die aber einen Anspruch auf Unterstützung durch die Stadtverwaltung habe. Mit Blick auf Begegnungsräume in den Stadtteilen etwa sollten "wir miteinander dafür sorgen, dass wir diese Räume bewahren, wo es sie gibt, und schaffen, wo sie gebraucht werden", erklärte Axel: "Das beste Mittel gegen Einsamkeit ist Gemeinsamkeit."
Einen Schwerpunkt von Hannovers Kommunalpolitik müsse der Wohnungsbau bilden, meinte er. Dabei reiche die Umwidmung beispielsweise von Bürogebäuden nicht aus: "Das hört sich gut an, ist aber nicht so einfach umzusetzen." Auch der Ausbau von Dachgeschossen, auf den Belit Onay verwies, genüge nicht, so Axel: "Wir brauchen auch die Schaffung von neuem Wohnraum", also den Neubau von Wohnungen. Dafür strebe er eine höhere Sozialquote an: Der Anteil an Sozialwohnungen im Neubau müsse von derzeit 30 auf 40 Prozent angehoben werden, forderte Axel. Auch der Bau barrierefreier Wohnungen müsse von der Stadt noch stärker gefördert werden.
Auch beim Thema Verkehr stellte Axel Fragen des Miteinanders in den Vordergrund. So forderte er, dass die Behinderung von Fuß- und Radverkehr durch E-Scooter auch außerhalb der Innenstadt massiver bekämpft werden müsse. Die E-Roller müssten künftig im gesamten Stadtgebiet ausschließlich in vorgegebenen Zonen abgestellt werden dürfen.
Da der Verkehrsaußendienst nicht ständig das gesamte Stadtgebiet kontrollieren könne, sprach Axel sich dafür aus, zum Zwecke der Verkehrssicherheit auch bauliche Eingriffe in den Straßenverkehr zu prüfen. Es sei klar, dass Elterntaxis durch Kontrollen und Bußgelder nicht dauerhaft verhindert werden könnten; bauliche Einschränkungen hingegen könnten sehr wohl zu mehr Verkehrssicherheit auf dem Schulweg und im Umfeld von Schulen beitragen.
Die zwölf Velorouten versprachen beide Kandidaten umzusetzen. Und mit Blick auf die Veloroute durch Kleefeld, die derzeit wegen des Sporthallenneubaus an der Schillerschule tagsüber gesperrt ist, wollten beide prüfen lassen, ob die Durchfahrt für den Radverkehr doch möglich wäre.
Gefragt, was sie - die beide in der Stadtspitze miteinander arbeiten - aneinander schätzten, hatte Belit Onay hervorgehoben, Axel von der Ohe habe "wesentlichen Anteil daran, dass Hannover durch die Krisen gekommen sei" und die Corona-Pandemie ebenso erfolgreich bewältigt habe wie die Folgen des russischen Kriegs gegen die Ukraine. Axel wiederum bezeichnete Belit als "topstabilen Demokrat, auf den man sich verlassen kann, wenn es um Offenheit, Toleranz und Mitmenschlichkeit geht". Zwar sei Hannover tatsächlich aktiver mit den genannten Krisen umgegangen als andere Städte, doch werde die Stadt künftig "mehr leisten müssen, als Krise zu können".
Einige Themen, die derzeit Menschen in Kleefeld umtreiben, kamen nicht mehr zur Sprache. Da der OB nur eine Stunde Zeit mitbringen konnte, wurden weder die Fragen nach künftigem Wohnungsbau im nördlichen Kleefeld noch nach der Trassenführung für die Stadtbahn zum Neubau der Medizinischen Hochschule (MHH) angesprochen. Da beide Vorhaben den Verlust zahlreicher Kleingärten bedeuten würde, hatten etliche Menschen vor der Veranstaltung auf einer Demonstration vor dem Hölderlin Eins gefordert: "Hände weg von allen Gärten!" Bei der Veranstaltung drinnen wurde diese Forderung nicht mehr erörtert.